Musiktherapie ist eine wissenschaftlich bewiesene Methode. bei welcher Gebrauch von musikalischen Interventionen gemacht wird, um individuelle Ziele innerhalb einer Therapeutischen Beziehung zu erreichen.

Es können sowohl physische als auch emotionale, kognitive, und soziale Bedürfnisse des Einzelnen angesprochen werden.

Der*Die qualifizierte Musiktherapeut*in stellt die indizierte Behandlung zur Verfügung, wobei die Möglichkeit besteht zu singen, Musik zu kreieren, sich zu bewegen oder Musik zu hören. 

Wie wir wahrscheinlich alle erfahren haben, ist Musik direkt verbunden mit unserem Herzschlag und unserer Atmung. Sie kann beispielsweise unseren Puls beeinflussen, uns aktivieren oder beruhigend auf uns wirken. Es gab schon unzählige Studien über den Effekt von Musik.

Sie kann beispielsweise einen positiven Effekt auf physiologische Parameter von Frühgeborenen haben oder einen postiven Effekt auf Krebspatienten. Mit Hilfe von Musik kann einerseits Angst vermindert werden, es kann aber auch Einfluss auf das Gefühl von Isolation ausgeübt werden oder die Stimmung kann positiv beeinflusst werden. 

Ein anderer wichtiger Faktor, der genannt werden sollte, ist die Verbindung zwischen Musik und Kommunikation. Die Struktur von Musik kann verglichen werden mit der von gesprochener und geschriebener Sprache. Aber nicht nur das, es ist auch Gefühl und Ausdruck von Emotion.

Musiktherapie kann sehr hilfreich sein für diejenigen, die Schwierigkeiten haben sich selbst mit Worten auszudrücken. Deshalb wird Musiktherapie sehr oft eingesetzt bei Patienten mit Stimmungsstörungen oder Trauma. Ein Faktor, der besonders beim aktiven Musizieren und Improvisieren auftaucht sind soziale kompetenzen, die geübt werden können. Deshalb wurden viele Methoden entwickelt, die bei Menschen mit mentalen Problemen eingesetzt werden.

Aufgrund der vielen Möglichkeiten, die Musiktherapie bietet habe ich nur einige wenige Beispiele genannt. Natürlich gibt es hier noch unzählige andere Beispiele.

Für diejenigen, die neugierig sind wie Musik unser Gehirn beeinflussen kann gibt es hier noch einen kurzen Clip:

Video by TedEd

musiktherapie für menschen

mit fluchterfahrung

In den letzten zwanzig jahren gab es sehr viel Entwicklung in dem Bereich von Traumabehandlung mit Musiktherapie. Als ein Non-verbales Medium bietet Musik eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten, Gefühle auf eine weniger konfrontrierende Art zum Ausdruck zu bringen. Hierbei wird Musiktherapie oft in Verbindung mit Gesprächstherapie eingesetzt. In den Niederlanden gibt es beispielsweise die Möglichkeit zwischen verschiedenen kreativen Therapien zu wählen, somit kann jeder seinen eigenen Weg in der Traumabehandlung wählen.

Menschen erfahren vor, während und nach einer Flucht schreckliche Erlebnisse, wobei Menschenrechte meist sogar mehrmals gebrochen wurden. So wie beispielsweise physischer und mentaler Missbrauch, Unterdrückung und Folter. Oft haben diese Menschen sehen müssen, wie Freunde oder Familienmitglieder ums Leben kamen. Wenn Menschen solche Erfahrungen machen mussten, sind Folgen hierzu oft Post Traumatische Belastungsstörung (PTBS).

Der*Die Musiktherapeut*in kann traumatisierten Menschen helfen, um emotionalen Stress und Angst zu kanalisieren und Emotionen eine gesunde Ausdrucksmöglichkeit zu bieten. Außerdem kann die Musiktherapie Entspannung und Ablenkung bieten (Orth, 2005; Orth, Verburgt, van Nieuwenhuijzen, Wijzenbeek ,2006).

Hier sind noch einige Beispiele von Methoden, die ich auch mit in meine Sessions einfließen lasse: die "vocal holding technique" von Austin (2002) um soziale Interaktion zu entwickeln und Kommunikative Fähigkeiten zu trainieren. Eine weitere Methode von Zharinova-Sanderson (2002) wo bekannte Volkslieder aus der eigenen Kultur der Klienten genutzt werden, um Erinnerungen zu teilen und die eigene Identität zu stärken. Außerdem nimmt der Klient hierbei die Rolle des Experten ein, anstatt die des Opfers.

Eine weitere Methode, die eingesetzt werden kann ist "Guided imagery music" (GIM) entwickelt von Helen Bonny (Bonny, 1986).

Dadurch, dass es sich um Menschen handelt, die unsere Sprache noch nicht oder nur wenig beherrschen, ist es fast selbstverständlich dass kreative Therapien wie Musiktherapie oder Kunsttherapie in Frage kommen. Ein zweiter auch sehr wichtiger Punkt ist, dass es für Menschen, mit anderen kulturellen Hintergründen nicht immer selbstverständlich ist über persönliche Probleme offen zu sprechen. Oft ist Musik oder Kunst die einzige akzeptierte Form, um persönliche oder psychische Probleme auszudrucken. Es gab hierzu auch Studien, die erwiesen, dass die sogenannten „alternativen Methoden“ des Heilens viel dichter bei den Behandlungsmethoden in den Ursprungsländern sind und somit viel schneller von Klienten mit anderem kulturellen Hintergrund anerkannt werden (Longacre M.; Silver-Highfield E.;Lama P. , Grodin,M. A., 2012).

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